Weiter ging es mit unserem kleinen Asien-Roundtrip nach Nusa Lembongan:

Direkt von Sanur aus fuhren wir mit dem Boot auf die Nachbarinsel.

Die kleine Insel liegt nur ca. 30 Minuten mit dem Boot von Sanur entfernt und ist somit ein perfektes Ziel für ein paar Tage Auszeit vom teils hektischem Bali.

Nach 4 Tagen in unserer paradiesischen Unterkunft in Sanur ging es also weiter. Wir wurden an den Hafen Sanur gebracht. “kleiner Strandabschnitt mit Abholstationen” trifft es wohl eher – denn hier macht Baden sicher wenig Spaß. Unzählige Boote, die uns Touristen abholen und zurückbringen. Es riecht nach Benzin und Motoröl. Das Wasser ist eher Trüb. Aber wir sind ja auch nur zum Transfer dort.

Erster Eindruck:

Typisch asiatisch. Chaotisch aber organisiert. Die Straßen reichen für ein Auto. Der stärkere oder “beladenere” gewinnt. Die Insel ist sehr klein und die Touristenboote, die jetzt früh hier anlegen, müssen geleert und auf der Insel Verteilt werden. Dazu stehen kleine Trucks bereit, auf die man – je nachdem, welche Farbe der aufgeklebte Punkt auf dem T-Shirt hat – dirigiert wird. Die Ankunft bedeutet erstmal Stress Pur. Die Hektik, der schwere Rucksack am Rücken, die Hitze. Gottseidank war die Fahrt zu unserem schnuckeligen Resort nicht weit – wie auch, bei der kleinen Insel. Dort angekommen wurde erstmal die kleine Hütte bezogen und der Pool begutachtet.

Nach einiger Recherche und dem Lesen von etlichen Hotelbewertungen, sind wir im Resort „Bay Shore Huts“ gelandet. Preis-Leistung soll sehr gut sein, die TripAdvisor Bewertungen sind sehr gut. Unser Erster Eindruck, als wir ankamen: Alles sauber, alles schön, alles wie man es sich im Urlaub vorstellt. Einzig die Klimaanlage hätte etwas mehr Kraft haben dürfen. Es war etwas warm in unserem kleinen Bungalow. Aber so etwas kann überall passieren.

Aber nun los: Badehose und Bikini unter die Klamotten, Daypack gepackt – Insel erkunden!

Wir machten uns voller Tatendrang auf zum Mushroom Beach. Der Weg dorthin war zu Fuß nur ca. 10 Minuten. Vorbei an unzähligen Baustellen – Auch hier reiht sich Resort an Resort. Zumindest auf dieser Seite der kleinen Insel hat der Tourismus schon voll eingeschlagen.

Es fing an zu tröpfeln, was bei der Hitze aber nicht weiter gestört hat. Das Mushroom-Beach war nicht so wirklich atemberaubend. Der Strandabschnitt, unweit von der Anlegestelle der ankommenden Schnellboote, war ganz schön – aber wir haben ein wenig mehr Südseefeeling erwartet. Schließlich wussten wir, das die Strände Balis nicht zu den schönsten der Welt gehören (tun sie wirklich nicht…) und haben deshalb noch einen kleinen Inseltrip nach Nusa Lembongan gebucht...

Dream Beach auf Nusa Lembongan

Nachdem es wieder aufhörte zu tröpfeln machten wir uns auf zum nächsten Strand. Dream Beach. Vielleicht finden wir ja dort das erwartete, malerische Paradies, von dem man auf den einschlägigen Blogs über Nusa Lembongan so liest. Weiter entfernt als angenommen kam wir total verschwitzt dort an. Fußweg ca. 30 Minuten – in glühender Sonne… Aber wir wurden belohnt. Mit einem kleinen Stück Strand in mitten einer Bucht, das so traumhaft schön war, wie wir es uns vorgestellt haben.

Dream Beach eben. Der Name verspricht nicht zu viel. Das Türkisfarbene, glasklare Wasser machte all den Unmut über den langen Weg wieder wett. Der Sand war fast weiß. Kein Müll, keine Algen. Hohe Wellen. An den Klippen spritzt die Gischt Meter hoch. Genau darauf haben wir uns so sehr gefreut und dass ist einer der Momente, an den man zurückdenkt, wenn man im kalten Deutschland sitzt und auf die nächste Reise wartet.

Kleiner Tipp aus eigener schmerzlicher Erfahrung:

Die Strömung, die Wellen und Sonne darf man hier nicht unterschätzen. Im kühlen Nass vergisst man schnell, wie stark der Stern doch brennen kann. Der Sonnenbrand hatte uns so sehr erwischt, dass die arme anschwollen. Zurück in Ubud musste erstmal die Apotheke aufgesucht werden.

Und noch etwas: Die Strömung hier am Dream Beach ist gewaltig und die Wellen sind wahnsinnig hoch. Wir haben einige Touristengruppen beobachten können, die das etwas unterschätzten und beim Fotografieren mit Schwung ins Meer gezogen wurden. Mit etwas Respekt ist es aber wunderschön, sich in den wunderschönen Wellen treiben zu lassen und darin zu schwimmen. Für Nichtschwimmer ist der Strand aber absolut nicht geeignet und viel zu gefährlich!

Nach der ersten Abkühlung suchten wir uns noch einen Tisch im Hotelrestaurant, das direkt an der Klippe liegt. Dream Beach Hut heißt das Hotel, in dem man hier, direkt an der Klippe und am Dream Beach nächtigen kann. Wir begnügten uns mit leckerem Essen und einem Bintang. Danach ging es noch ein wenig ins Wasser. Ein paar schöne Fotos geschossen und geplanscht. Allerdings wurde die Sonne irgendwann zu stark, sodass wir uns langsam auf den (langen) Fußweg Richtung Resort machten. Immerhin wartete dort auch ein schöner Pool, ein schönes Restaurant und der ein oder andere Cocktail mit Meerblick auf uns.

Auf dem Rückweg holten wir uns noch kurz was zu Trinken das wir am nächsten Tag gerüstet sind und gingen danach direkt an den Hotelpool. Dort beschlossen wir, einfach einmal die Seele baumeln zu lassen, ein paar Cocktails zu schlürfen und nichts zu tun. Immerhin waren wir zu dem Zeitpunkt schon über eine Woche unterwegs und jeder Tag war prall gefüllt. Ein wenig Urlaub im Urlaub sollte man sich auch gönnen. Und wenn nicht hier auf Nusa Lembongan, wo dann.

Am Abend sind wir dann in das kleine Restaurant unseres Resorts. Direkt neben dem Pool, mit Blick aufs Meer. Irgendwie ist es immer wieder ein Highlight, auf einer weit entfernten Insel, abends auf leckeres Essen zu warten und aufs Meer zu sehen.

Nach 5 Minuten wurde es dann aber wieder asiatisch. Stromausfall und Monsunartige Regenfälle. Von einer Sekunde auf die andere. Irgendwie also alles wie immer – und dadurch so sympathisch.  Auch wenn Nusa Lembongan uns heute vielleicht nicht unbedingt all das Sehenswerte von sich gezeigt hat warst es doch authentisch und eine neue Erfahrung. Auf seine eigene Art und Weise eigen aber wunderschön. Man muss eben das Juwel einer kleinen Insel finden das sie so schön macht. Wir haben ja noch einen Tag, um es endgültig zu finden.

Am nächsten Tag trauten wir uns an das Erlebnis Rollerfahren in Asien ran. Auf dieser kleinen verträumten Insel haben wir es doch einmal versucht – ist hier doch weder Verkehr, noch sonst etwas, was das Rollerfahren in Asien so gefährlich macht, zu finden.

Der Fahrstil und der Verkehr sind doch auch hier weit vom deutschen Standard entfernt. Chaotisch und doch geordnet aber für uns völlig unverständlich. Angepasst hat man sich aber schnell.

Wir nahmen also unsren deutschen Führerschein mit zur Rezeption. Auch den Reisepass haben wir eingepackt. Aber sobald Du hier laufen kannst, darfst Du auch Roller fahren.

„You need my ID?“… „No“ *lachend…*. Was haben wir auch anderes erwartet…

Der freundliche Angestellte führte uns direkt zu unserem Roller. Kurzer geübter Blick in den Tank: leer. Er Sprang auf den nächsten Roller und holte uns eine Tankfüllung aus der Flasche. Hier gibt es keine Tankstelle, sondern Sprit, abgefüllt in Wodka-Flaschen vom Nachbarn. So schön einfach. Wir stellen dann auch fest das weder die Tankanzeige noch der Tacho funktionierten. Aber braucht man hier auch nicht.

Dann zog es uns wieder zum Traumstrand, Wellenreiten.

Vorher wollten wir aber noch einen kurzen Abstecher zu einem kleinen Highlight auf Nusa Lembongan machen. “Devil’s Tear” – eine kleine Klippe, unweit vom Dream Beach entfernt.

Es war noch relativ früh, sodass wir alleine waren und schöne Bilder machen konnten. Das Wasser schwappte durch die Wellen immer wieder unter die Felsen und Schoss mit einer atemberaubenden Klangkulisse wieder nach draussen. Dazu entstand eine feine Gischt, die einen kleinen Regenbogen beherbergt hat. Dazwischen schwomm eine große Schildkröte im kristallklaren Wasser. Wunderschön!

Dann ging es wieder zum Dream Beach. Aber wir wussten, dass wir nicht lange bleiben konnten. Es einfach viel zu heiß, der Sonnenbrand wurde schlimmer (trotz hohem LSF) und das Wellenreiten war durchaus anstrengend. Also beschlossen wir, die Insel noch ein wenig mit dem Roller zu erkunden. Wir fuhren einfach los, durch ein kleines Dorf und schließlich an die Brücke, welche die beiden Inseln – Nusa Lembongan und Nusa Cenginan – verbindet.

Nusa Lembongan ist nicht besonders groß – man ist also schnell wieder an seinem Ausgangspunkt. Wir machten uns wieder auf Richtung Hotelpool. Den Rest des Tages war noch einmal Seele Baumeln angesagt. Sicher gibt es noch einige Ecken hier zu sehen, aber Sonne und Strapazen der letzten Tage haben uns durchaus etwas zugesetzt – da ist ein Hotelpool genau das, was man braucht!

Schließlich wurden wir für diese Entscheidung auch noch belohnt. Am Hotelpool lernten wir den Australier “Jimmy” kennen. Wir kamen ein wenig ins Gespräch. Das Leben hat ihn durchaus etwas gezeichnet. Lange zottelige Haare, tattoowiert. Aber nach ein paar Minuten merkte man, was für ein großes Herz dieser Mensch hatte. Wir sprachen über Gott und die Welt. Über seine Familie, über unsere Familien. Über das, was alles falsch läuft in der Welt und wie schön es doch sein konnte. Es war nichts bestimmtes, was dieses Gespräch besonders machte. Es war einfach eine dieser Situationen, an die man sich hoffentlich noch Jahre lang erinnert und sich ab und zu fragt, wie es Ihm wohl heute geht?

Den Rest des Abends ließen wir auf unserer eigenen Veranda mit Räucherstäbchen und Gin Tonic ausklingen. Morgen geht’s weiter nach Ubud.

Die zwei Tage Nusa Lembongan sind wie immer viel zu schnell vorbei gegangen. Abschließend kann man sagen, dass es auf jeden Fall eine Reise Wert ist. Die kurze Überfahrt von Sanur wird mit einem Traumstrand belohnt, den zumindest wir auf Bali nicht gefunden haben. Die Menschen sind hier genauso herzlich wie in Bali. Der Tourismus kommt immer mehr und Nusa Lembongan wird immer weniger zum Geheimtipp, sondern ebenso überlaufen und übervoll wie Bali selbst. Gerade deshalb sollte man sich – wenn man die Gelegenheit hat – jetzt noch zu einem Abstecher auf dieses kleine Inseljuwel hinreissen lassen!