Eins vorweg: Wir sind keine wirklichen Restaurant-Fachmänner. Wir haben mit Gastronomie nicht mehr am Hut, als das wir gerne Essen gehen und öfter mal was neues probieren. Insofern ist uns – im Gegensatz zu den ganzen TV-Restaurant-Testern und -Rettern relativ egal, ob irgend etwas handwerklich korrekt zubereitet ist, die Küche gastro-technisch richtig eingerichtet ist oder das Personal von links oder rechts bedient. Im Grunde genommen wäre mir eine Garküche mit einer kleinen, netten Thai-Omi am Straßenrand in Cadolzburg sowieso am liebsten. Die Hauptsache: Schmecken muss es, ich möchte mich wohl fühlen und authentisch sollte es sein! 

Ja – so leicht stellt man uns in der Regel auch schon zufrieden. Unsere Eindrücke sind also auch ziemlich subjektiv und man wird von uns auch wenig schlechte Bewertungen lesen – denn dafür gibt es andere Portale und unsere Gesellschaft beschwert sich eh viel zu viel und jammert auf hohem Niveau…  (es sei denn, jemand versucht uns übers Ohr zu hauen, oder es handelt sich um ein Restaurant vor dem man einfach warnen muss).

Aber zum Thema:

Wir hatten mal wieder richtig Lust auf Thai-Food! Schließlich ist der letzte Thailand Urlaub auch schon eine gefühlte Ewigkeit her. Okay, 3 Monate. Aber eben eine Gefühlte Ewigkeit! Jedenfalls wollten wir einen neuen Thailänder ausprobieren. Nur 10 Autominuten entfernt von unserem Heimatdorf hat vor einiger Zeit das Ratanakosin aufgemacht. Und angeblich soll das Pad-Thai, das meine bessere Hälfte ganz klar als Referenzgericht auserkoren hat, dort schmecken, wie an dem schönen kleinen Straßenlokal in der Nähe der Khao San Road in Bangkok. Probieren wir aus!

Das Ratanakosin

„Ratanakosin“ ist der Name des historischen Zentrums von Bangkok. Die Chefköchin heißt Ratana. Der Name kommt also nicht von ungefähr. Das alles klingt schonmal sehr authentisch – und wir wurden nicht enttäuscht.

Das Ratanakosin befindet sich in Fürth, in der Würzburger Straße 197. Früher war hier das Asia Restaurant Rainbow beheimatet, das ich allerdings nie getestet hatte. Irgendwie war es nämlich immer zu, als wir hin wollten. Das Restaurant befindet sich am Eck direkt gegenüber der alten Tankstelle und ist auch mit dem Bus gut zu erreichen.

Ratanakosin - Thai Restaurant

Betritt man das Restaurant, steigen einem sofort die Düfte in die Nase, die man aus Bangkok kennt. Die positiven, wohlgemerkt! Also – Gewürze, Zitronengras, Thai-Basilikum. Das Ambiente dazu ist absolut passend und auch authentisch – der erste Eindruck stimmt!

Kommt man zum Gastraum, fällt rechts direkt eine Ecke auf, an der man auf dem Boden Essen kann. Traditionell asiatisch quasi. Nette Idee und sicher mal ganz witzig – ich bevorzuge aber trotzdem einen Stuhl. Kreuzweh und so… 😉

Die Begrüßung war freundlich und wir haben gleich einen kleinen 2er-Tisch bekommen. Jetzt heißt es: Speisekarte studieren!

Zur Vorspeise gabs Tao Hu Thod für mich und Thod Man Pla für Tina.

Tao Hu Thod sind gebackene Tofu-Ecken mit Erdnüssen und süß-saurem Dipp. Laut Speisekarte ist sogar der Dipp selbst gemacht. Meine Gourmet-Zunge kann das aber leider nicht wirklich rausschmecken – gut war er in jedem Fall!
Auch die Tofu Ecken waren gut – Tofu selbst ist natürlich geschmacklich nicht wirklich intensiv – aber das liegt eben am Tofu selbst.

Thod Man Pla sind Hausgemachte Fischküchlein mit Zitronenblättern (gehackt), Thai Basilikum, und Bohnen. Die Vorspeise hat uns wirklich begeistert! Die Fischküchlein erinnern etwas an die Fish-Balls, die es in Bangkok an jeder Ecke zu kaufen gibt – nur nicht so mächtig und wesentlich interessanter gewürzt! Unbedingt probieren!

Jetzt das Wichtigste – die Hauptspeise!

Tina entschied sich für Pad-Thai mit Garnelen – war eh klar. Das muss getestet werden…
Für mich gabs Oom Pla Lachs. Ein für mich völlig neues Thai-Gericht.

Zuerst zum Pad-Thai:

Für alle, die Pad-Thai nicht kennen: Reisnudeln, Garnelen, Lauch, Frühlingszwiebeln, Sojasprossen, Tofu, Limette, Eier, Gewürze, gehackte Erdnüsse, Geschmacksexplosion. Wir lieben Pad-Thai einfach.
Und das erste mal in einem Thai-Restaurant in Deutschland wurden wir nicht enttäuscht. Es war genau so, wie wir es kennen. Saftig, perfekt gewürzt, nicht zu scharf, große Portion. Die Garnelen waren frisch und kein bisschen übergart.

Absolut nichts auszusetzen – Note 1 mit Sternchen!!!

 

Nun zu meinem Oom Pla Lachs:

Wie gesagt – nich nie vorher gehört, aber es klang lecker: Knusprig gebratener Lachs in rotem Kokoscurry mit dill, Paprika, Thai-Basilikum und Erdnuss-Sauce. Nur Dinge, die ich mag – das muss gut werden!
Und es wurde gut. Ich habe selten etwas leckererereres aus der thailändischen Küche gegessen! Der Lachs war vielleicht ein ganz klein wenig zu lange in der Pfanne, aber nicht trocken! Geschmacklich fantastisch! Der Dill passt perfekt zu den Gewürzen der thailändischen Küche – ich hab glaube ich ein neues Lieblingsgericht gefunden!

Dazu gab es übrigens Reis, aber das brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Noch ein kurzes Wort zu den Preisen im Ratanakosin: 

12,50 für meinen Lachs und 14,50 für das Pad-Thai mit Garnelen ist absolut in Ordnung! Der Fisch war bei beiden Gerichten frisch und reichlich!

Für ein Dessert waren unsere Mägen an dem Tag leider zu klein. An Fotos vom Ambiente hab ich natürlich auch nicht gedacht. Aber nunja, müssen wir eben nochmal kommen 🙂

Fazit:

Uneingeschränkt empfehlenswert!!! Bisher der beste Thailänder, den wir kennen – und wir haben doch schon einige getestet. Wir hatten wirklich keinen wirklichen Kritikpunkt – wenn man krampfhaft danach sucht, könnte man den Lachs, wie gesagt, vielleicht ein wenig früher aus der Pfanne nehmen, aber das ist wirklich nur der verzweifelte Versuch, irgend einen Kritikpunkt zu finden.

Wir haben uns jedenfalls für eine Stunde zurückversetzt gefühlt in unsere letzte Reise und wir werden ganz sicher noch oft im Ratanakosin essen!

Danke für den schönen Abend, Ratanakosin-Team! 😉