Hungrig in Penang

Um 21 Uhr Ortszeit, endlich in einem wirklich kleinem süßen Hotel in Georgetown angekommen, regierte uns der Hunger. Wir machten uns auf und liefen in den Ortskern, wo auch little India zu finden war. Mehr aber auch nicht. Die indische kultur reizt uns ehrlichgesagt wenig und die kleine, hochgelobte Weltkulturerbestadt war wie ausgestorben. Es gab vereinzelt noch etwas zu trinken, aber um 21.30 Uhr waren die Gehwege überall so gut wie hoch geklappt… Da sind wir einfach etwas Großstadtverwöhnt – wo wir doch selbst in einem winzigen Dorf ohne Bäcker und Zigarettenautomat leben.

Zurück im Hotel fragten wir den Hotelier völlig verzweifelt, wo es denn um diese Zeit noch etwa zu essen gibt. Die Spagetti Carbonara im Hotel überzeugen uns nicht wirklich auf der Karte, also verwies er uns auf die Hauptstraße um uns ein Taxi zu nehmen und in das Northam Beach Cafe zu fahren. Gesagt getan. Ja glaubste. Ein Taxi zu finden war genauso schwer, wie etwas essbares zu finden. Der Regen überraschte uns mal wieder und kein Taxi in Sicht. Wir machten unser äußerst teures Roaming an und orderten einen Uberfahrer. Wir standen im Regen, genervt, hungrig und nass… Irgendwann sahen wir ihn und voller zuversicher bot sich uns nach 20 Minuten Autofahrt ein Foodcourt der unser leibliches Wohl besänftigte. Ehrlichgesagt hatte ich bei „Beach Cafe“ ein „Key-West“ Bild vor Augen. Ein kleines Cafe am Meer, BBQ und Cocktails… Dem war nicht so – es war ein Hawker Center. Und ja – wir LIEBEN Hawker Center!! Also orderten wir an jedem Stand verschiedene Dumplings, Schrimps, Hühnerbeine, Bier, Cola… Der Tisch stand voll mit essen und wir waren glücklich. Trotzdem war der erste Eindruck von Georgetown eher enttäuschend. Erwartet haben wir ein kleines süßes Küstenörtchen mit viel Kunst und Kultur. Gefunden haben wir ein schlafendes, nicht besonders schönes Städtchen ohne Essen. Mal sehen, was der zweite Tag bringt.

Georgetown – Weltkulturerbe

Um uns eine Übersicht über diese besondere Stadt zu machen buchten wir uns noch am Abend in einen Hop-on Hop-off Bus ein. Preislich absolut in Ordnung. Am Penang Hill zog es uns dann doch mal von den Sitzen – die Bahn nach oben kostet nochmal einen kleinen Aufpreis, aber der lohnt auf jeden Fall! Absolut aufregend ist allein die Auffahrt nach oben. Steil ist gar keine Ausdruck und oben angekommen hat man, wenn der Nebel einem die Sicht nicht versperrt, einen wunderschönen Ausblick auf die Insel. Man kann noch über die Bergkuppel flanieren und einen buddhistischen Tempel besuchen. Eine Mosche und ein Hotel finden auch noch Platz. Alles in allem etwas touristischer, als man es aus Thailand kennt. Wo in Thailand noch an den religiösen Pilgerstätten festgehalten wird und diese auch so behandelt werden, findet sich hier ein „4D Kino“, es dröhnt Musik und jeder versucht ein bisschen Geld zu verdienen. Trotzdem – Penang Hill ist ein absolutes must see!

Wieder unten angekommen stand der Bus schon bereit zum Einsteigen. Jetlag bedingt mussten wir in ein Cafe einkehren und viel Koffein und Essen zu uns nehmen. Da Georgetown durch seine Kunst bedingt bekannt ist, witmeten wir uns dieser. Die viele künstlerischen Straßenbilder die sich in der Stadt verteilen liefen wir systematisch ab. Die Walking-Map, auf der jedes Bild gekennzeichnet ist, fanden wir in unserem Hotel. Ein absolutes muss und der erste, negative Eindruck der Stadt wird von dem Charme der liebevollen Gemälde und kleinen geschichtlichen Häuser abgelöst. Wie eine Schnitzeljagd wird Straße für Straße abgeklappert und jede Hauskante inspiziert. Auch hier kann man sagen – Liebe auf den zweiten Blick! Die Stadt ist wunderschön. Alles ist leicht und günstig zu erreichen und jede Ecke lädt zu einem Foto ein. 

Zum Tagesabschluss fanden wir uns wieder in einem Foodcourt ein. Das günstige, leckere Essen ist einfach nirgendwo anders in der Welt so authentisch wie auf diesem Kontinent!

Wir hatten leider nur diesen Tag – unsere Trips sind arbeitsbedingt immer relativ kurz und kompakt. Das verstehen viele nicht… Man hört immer wieder „Hauptsache 2-3 Fotos gemacht und sagen können, man war mal dort“. Wir sehen das anders. Wenn wir hoffentlich irgendwann mal die finanzielle und zeitliche Freiheit haben, lange und ausgiebig – hoffentlich mit Kindern – zu reisen, können wir uns die schönsten flecken raussuchen und noch einmal unseren Kindern zeigen und ausführlich erkunden. Wenns nach uns geht, sehen wir uns nochmal wieder, Penang!

Über die Billigfluglinie Air Asia buchten wir 3 von 7 Flügen in dieser Woche. Es lief alles reibungslos und so flogen wir weiter nach Langkawi. Von da aus fuhren wir mit dem Schiff nach Koh Lipe, Thailand. Aber dazu später mehr